FREITAGS IM CROSTIGALL 14

Bevor ich in der Wurzener Touristeninformation Thomas kennenlerne, der mich zur Pilgerherberge führen wird, stellt mich die Dame hinterm Tresen einer dunkelhaarigen Frau vor. Wir setzen uns unter die Arkaden des Hofes, ein paar Regentropfen fallen, aber es ist noch immer sehr schwül, Frau Dr. Heß wischt sich über die Stirn und sagt:
Ich bin ein Fisch, diese Temperaturen sind echt nichts für mich!
Ohne nachzudenken, erwidere ich:
`N Fisch bin ich auch.
Aber nicht am 6. März, sagt sie.
Ich antworte:
Doch!
Schnell erfahre ich, dass Frau Dr. Heß die Vorsitzende des Ringelnatz-Vereins ist, der sich seit langem für die kulturelle Nutzung des Geburtshauses von Joachim Ringelnatz, das Jahre leer gestanden hat, engagiert. Meine Idee, Erich Kästners Die 13 Monate hier vorzutragen, greift sie sofort begeistert auf. Als wir uns verabschieden, sagt sie: Nun müssen sich die am 6. März Geborenen wieder trennen …  

(Auszug aus meinem ersten Essay zur Poesie-Tankstelle)  

Auf diese Weise entwickelt sich eine besondere Zusammenarbeit mit dem Ringelnatzverein Wurzen, die zunächst dazu führt, dass ich im Herbst 2016 eine eigene Veranstaltungsreihe dort habe.

Pressemitteilung


 
Wandellesung (Foto: Viola Heß)   Strittmatterlesung (Foto: Viola Heß)  

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